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Info Weltrekord "Höchstes Graffiti"

Thema: Die Beziehung zwischen Mensch und Natur

Jahr: 2002

Größe: 13 x 42 Meter

Dauer: 80 Tage

Auftraggeber: Saga GWG

Standort: Immenbusch, 22549 Hamburg

Ausführende Künstler: Nulon, Fusion

Weltrekord "Höchstes Graffiti"

Das höchste Graffiti der Welt

Schon seit vielen Jahren und mit vielen Projekten hat GBNF Graffitiz Kunst Projekte in verschiedenen Stadtteilen für die SAGA realisiert. Die SAGA ist Hamburgs größtes Städtisches Wohnungsunternehmen mit mehr als 130.000 Wohnungen. Im Jahre 2000/01 gab es Gespräche für neue Projekte. Gemeinsam hatten wir die Idee, das Höchste Graffiti der Welt von 35 m Höhe zu übertreffen.

Sämtliche Geschäftsstellen der SAGA wurden kontaktiert, um ein passendes Gebäude mit einer Höhe von über 35m und einer fensterlosen Fassade aus ihrem Bestand zu ermitteln. Das Objekt war dann schnell gefunden, nämlich im Osdorfer Born mit einer Höhe von 42 m und 13 m Breite. Nicht nur den Behörden, sondern auch der SAGA war es wichtig, dass die Anwohner des Stadtteils im Motivfindungsprozess eingebunden wurden. Denn somit konnte eine Identifikation mit dem Graffiti entstehen und weil ein so riesiges Graffiti auch immer eine immense Wirkung auf die umliegende Umgebung hat.

Um diese Aspekte zu erfüllen, wurde unter Anleitung des Stadteilbüros Osdorfer Born ein Projektplan entwickelt. Freiwillige Interessenten aus dem Stadtteil sollten bei der Entwicklung eines Motivs und eines Themas mitwirken können. Dies wurde in mehreren Workshops umgesetzt. Ziel war es auch, Motive aus dem Stadtteil im Graffiti zu integrieren. GBNF Graffitiz überlegte sich mehrere Themen, um auch diese Wünsche so im Gesamtbild erscheinen zu lassen, dass sie im Graffiti nicht stören, sondern optisch eine Bereicherung darstellen.

Eine Fläche von ca. 550 qm so auszugestalten, dass die gesamte Aussage nicht durch die einzelnen Motive beeinträchtigt wird, sondern sie verstärkt und so ihre Wirkung im Ganzen nicht untergeht, war eine große Herausforderung für die Künstler. Mit der Entwicklung des Themas „ Die Beziehung zwischen Mensch und Natur“ konnten wir die Wünsche des Stadtteils bestens erfüllen und mit dem Inhalt eine beständige Aktualität erreichen. Der erste Vorentwurf wurde in den verschieden Stadtteilgremien und für eine Woche im EKZ Osdorfer Born ausgestellt. Sowohl in den Stadtteilgremien als auch im EKZ wurden das Projektthema und das Motiv sehr gut angenommen. Die aus vielen Gesprächen gewonnene konstruktive Kritik wurde in das Motiv teilweise nochmals eingearbeitet.

Simultan dazu besprühten die Teilnehmer des Workshops, im Oktober 2001, eine 30 m lange und 2 m hohe Leinwand. Auch stadtteilbekannte Graffitisprayer machten mit. Das Motiv war natürlich der Osdorfer Born. Noch am selben Tag wurde der Endentwurf für das höchste Graffiti der breiten Öffentlichkeit vorgestellt und fand großen positiven Anklang. Der gesamte Projektverlauf dauerte ca. 1,5 Jahre. In der gleichen Zeit wurde von allen Beteiligten versucht das Projekt zu finanzieren.

Nun war schon das Jahresende von 2001 erreicht und die Witterungsverhältnisse waren nicht mehr geeignet das Projekt umzusetzen. Erst im Mai 2002 begann das Sprühen, unter herrlichem Sonnenschein. Die Wetterverhältnisse änderten sich dann aber rasch. Es gab ständig Regen und Niesel. Woche für Woche wurde es schlimmer. Das Graffiti rechtzeitig fertigzustellen war dadurch nicht mehr möglich. Zusätzlich lasteten die enormen Gerüstkosten auf dem Projekt, weil die Standzeit des Gerüstes verlängert werden musste. Es blieb uns nichts anderes übrig, wann immer der Regen aufhörte, mit dem Sprühen weiter zu machen. Dieses hieß für die Künstler eine 12-14 Std. Tagesschicht an 7 Tagen in der Woche. Es stellte sich dann später heraus, dass das Jahr 2002 den höchsten Niederschlag seit der Wetteraufzeichnung verzeichnete. Nach genau 80 Tagen unter Verwendung von fast 1500 Sprühdosen und unterbrochenem Sprayen war es endlich geschafft. Das Graffiti war fertig!

Vom Beginn der Arbeiten bis hin zur Präsentation des fertigen Graffitis, war das Medien Interesse  sehr groß. Zur Einweihung, Anfang August 2002, kamen sehr viele Besucher und Medienvertreter - es wurde weltweit darüber berichtet.

Das Projekt wurde trotz aller zu überwindenden Schwierigkeiten ein großer Erfolg, auch weil es alle Anforderungen der Beteiligten übertraf. Bis heute ist es das das höchste Graffiti der Welt. Es ist immer noch frei von Verunzierungen, was die Anerkennung im Stadtteil eindrucksvoll bestätigt. Die Bewohner des Stadtteils sind sehr stolz an diesem Projekt mitgewirkt zu haben und wünschen sich gerne mehr davon.

Sponsoren: SAGA, BIT Bauwerkserhaltung GmbH, HEW AG, Europäischer-Sonder- Gerüstbau GmbH, Belton Molotow Premium, Skills Feuerstein GmbH, Verfügungsfonds Osdorfer Born, EKZ Born-Center, Skoda Regionalhändler, Woolworth, Leseberg Automobile, Deesmoor Apotheke, Medien Park Hamburg und viele weitere ansässige Betriebe
 

Der Graffiti-Künstler Aimal Jahed hat in den vergangen Jahren in mehreren unserer Wohnquartiere, zum Beispiel in Jenfeld, Horn und Osdorf, mit seiner engagierten Arbeit zur Identifikation der Bewohner mit Ihrem Wohnumfeld beigetragen. Dies gilt besonders für das bis heute höchste Graffiti der Welt mit 42 Metern Höhe an einem unserer Gebäude in Osdorf. Mit seinen gut komponierten Sprühbildern schlägt Aimal Jahed eine Brücke zwischen Bedürfnissen von zeitgenössischer Jugendkultur und ihren Ausdrucksformen und der Integration unterschiedlicher Interessengruppen im Stadtteil, die sich auf seinen Graffitis wiederfinden

Willi Hoppenstedt
(Stellvertr. Vostandsvorsitzeneder SAGA GWG)
 


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